Mittwoch, 20 März 2024 15:41

Anstieg der Syphilis - Infektionen in München

 Syphilis München Syphilis München fot: pixabay

München verzeichnet einen besorgniserregenden Anstieg der Syphilis - Infektionen, nachdem die Zahlen in den Lockdown - Jahren 2020 und 2021 zunächst deutlich zurückgegangen waren. Im Jahr 2022 erreichten die Fallzahlen ein neues Hoch und blieben auch 2023 auf diesem erhöhten Niveau. In den letzten fünf Jahren wurden in der bayerischen Landeshauptstadt insgesamt 2749 Fälle gemeldet, wobei die HIV - Infektionen im Vergleich dazu bei 812 Fällen liegen. Diese Entwicklung platziert München bundesweit an der Spitze der Infektionsraten.

München im bundesweiten Vergleich

Ein Blick auf die Inzidenzraten, also die Anzahl der Infektionen pro 100.000 Einwohner, zeigt, dass München mit 38,9 auf dem dritten Platz hinter Köln (42,9) und Berlin (41,3) liegt. Laut dem "Epidemiologischen Bulletin" des Robert - Koch - Instituts kommen in München wöchentlich etwa drei neue Fälle hinzu. Der Großteil der Infizierten sind Männer, mit einem bundesweiten Frauenanteil von lediglich 5,6 Prozent. Die Übertragung von Syphilis findet fast ausschließlich beim Geschlechtsverkehr statt, wobei das Risiko mit wechselnden Partnern deutlich steigt.

Übertragung und Behandlung von Syphilis

Syphilis wird durch das Bakterium Treponema pallidum verursacht, das durch Schleimhäute in den Körper gelangt. Nach durchschnittlich 21 Tagen bildet sich an der Infektionsstelle ein Geschwür, dessen Flüssigkeit hochansteckend ist. Die Krankheit durchläuft mehrere Stadien, kann aber durch die Gabe von Penicillin oder ähnlichen Produkten bei Allergien effektiv behandelt werden. Die fortgeschrittenste Phase, das Tertiärstadium, wird heutzutage selten erreicht.

Die Situation in München

In München müssen alle Syphilis - Diagnosen dem Gesundheitsamt gemeldet werden. Die Zahlen zeigen eine leichte Schwankung über die Jahre, mit einem Anstieg auf 558 Fälle im Jahr 2022 und 553 Fällen im Jahr 2023. Dies entspricht etwa jeder 15. Syphilis-Infektion bundesweit. Als Grund für den Anstieg nennt Johannes Bogner, Leiter der Sektion Klinische Infektiologie an der Poliklinik IV der LMU, eine gewisse Sorglosigkeit, vor allem in der schwulen Szene.

Die zunehmende Sorglosigkeit und der Rückgang der Kondomnutzung tragen zum Anstieg der Syphilis - Fälle bei. Eine Impfung gegen die Krankheit ist aufgrund der geringen Fallzahlen und der damit verbundenen hohen Entwicklungskosten unwahrscheinlich. Dennoch könnte die konsequente Nutzung von Kondomen die Übertragung von Syphilis effektiv verhindern. Es ist daher entscheidend, das Bewusstsein für die Risiken und die Bedeutung des Schutzes bei sexuellen Aktivitäten zu erhöhen, um diese gefährliche Krankheit einzudämmen.

Quelle: sueddeutsche.de