Montag, 11 August 2025 11:15

Schwerer Unfall am Rangierbahnhof München Nord

Rettungskräfte im Einsatz am Münchner Rangierbahnhof. Rettungskräfte im Einsatz am Münchner Rangierbahnhof. pixabay/Foto illustrativ

Ein 30-jähriger Mann aus Ottobrunn befindet sich nach einem folgenschweren Vorfall am Münchner Rangierbahnhof Nord in Lebensgefahr. Er kletterte in den frühen Morgenstunden auf einen Kesselwagen und erlitt dabei einen Stromschlag sowie einen Sturz aus rund vier Metern Höhe. Die Bundespolizei hat Ermittlungen aufgenommen.

Inhaltsverzeichnis:

Unfall mit drei Beteiligten aus Ottobrunn, Untermenzing und Dresden

Nach Angaben der Bundespolizei hielt sich der 30-Jährige gegen 4.30 Uhr zusammen mit einem 24-Jährigen aus Untermenzing und einem 33-Jährigen aus Dresden an einem abgestellten Güterzug auf. Die Männer konsumierten Alkohol und bewegten sich im Bereich der Gleisanlagen. Der Ottobrunner stieg auf einen Kesselwagen, wo er einen Stromschlag erhielt. Anschließend fiel er unkontrolliert zu Boden.

Die Folgen waren gravierend:

  • Mehrfache Verletzungen, darunter ein gebrochenes Schlüsselbein
  • Verbrennungen zweiten bis dritten Grades auf etwa 40 Prozent der Körperoberfläche
  • Zerstörung von Mobiltelefon und Brille durch die Hitzeentwicklung

Seine beiden Begleiter leisteten sofort Erste Hilfe. Beide standen unter Schock und wurden von einem Kriseninterventionsteam betreut.

Einsatzkräfte sperren Gleise für Rettung

Um den Schwerverletzten zu versorgen, sperrten Einsatzkräfte die Gleise. Die Feuerwehr unterstützte den Rettungseinsatz und den Transport durch unwegsames Gelände. Das schnelle Handeln der Helfer verhinderte weitere Gefahren für die Beteiligten.

Am Unfallort fanden Ermittler eine Bierflasche, die der 30-Jährige vermutlich beim Besteigen des Wagens bei sich hatte. Die Bundespolizei geht deshalb von Alkoholeinfluss aus. Unklar ist, ob der Mann die Oberleitung direkt berührte oder der Strom in Form eines Überschlags auf ihn überging.

Bundespolizei warnt vor Gefahren an Bahnanlagen

Die Ermittlungen laufen wegen des Verdachts auf einen gefährlichen Eingriff in den Bahnverkehr. Die Bundespolizei betont, dass der Strom der 15.000 Volt führenden Oberleitung bereits aus einer Entfernung von 1,50 Metern in den Körper überspringen kann. Ein Stromüberschlag dieser Art führt oft zu schweren, lebensbedrohlichen Verbrennungen und weiteren Verletzungen durch Stürze.

Die Beamten mahnen deshalb eindringlich, Bahnanlagen nicht zu betreten. Der Fall zeigt erneut, wie schnell eine unbedachte Handlung zu lebensgefährlichen Situationen führen kann.

Quelle: TZ.www.welt.sn2world.com